Back to the Roots

In letzter Zeit ist in einigen Blogs davon zu lesen das die Analoge Fotografie wieder im kommen ist. Martin von Visuellegedanken spricht von Analogen Zeiten, Tilla Pe erklärt uns, dass der Fotograf das Bild macht und nicht die Kamera und den Stilpirat hat das Analog-Fiber gepackt.

Als ich angefangen habe mich für die Fotografie zu interessieren legte ich mir eine Digitalkamera zu und sammelte damit meine ersten Erfahrungen. Der vorteil war, dass ich nach jedem Auslösen sofort das Resultat begutachten konnte. Ohne zu wissen was die einzelnen Begriffe und Einstellungen bedeuteten wusste ich aber wie diese das Bild veränderten.

Der nächste schritt war dann die Bearbeitung der Bilder. Hunderte Filter und Einstellungen wurden über das Bild gejagt und am ende war von dem ursprünglich geschossenem Bild nicht mehr viel übrig. Als nächstes musste dann natürlich eine Spiegelreflex her. Weil ich wie immer knapp bei Kasse war habe ich mich für das günstigste Modell von Canon entschieden. Eine Canon EOS 1000D mit dem 18-55mm Kit Objektiv. Wow war ich begeistert. Zu diesem Zeitpunkt hatte meine Schwester schon länger eine Holga von der ich anfangs aber nicht wirklich begeistert war. Analog? wie uncool! Schau mal was meine Kamera alles kann! Draufgedrückt und zack war das Bild da. Kabel dran und ab damit durch Photoshop.

Mit der Zeit beschäftigte ich mich intensiver mit der Fotografie und lernte den Automatikmodus auszuschalten. Schnell merkte ich das mich die Digitalen Bilder die ich produzierte nicht mehr wirklich reizten und das Equipment mit dem ich Arbeite an seine Grenzen stößt. Das war natürlich meinem Geldbeutel zu verdanken, denn neue Objektive oder einen Body mit Vollformat konnte ich mir nicht leisten. Weiterhin gefielen mir die Analogen Bilder die ich durch meine Schwester und ihrem Freund zu Gesicht bekommen habe immer mehr. Bilder die einfach aus der Hüfte geschossen wurden, überbelichtet, unterbelichtet, doppeltbelichten ja schlichtweg einfach unperfekt aber mit mehr Aussage als die meisten Digitalen. Das wollte ich auch und kaufe mir meine erste Analoge Kamera, eine Lomography Diana. Das perfekte Bild zu schießen war für mich in den Hintergrund gerückt und es zählte nur noch die Faszination Lomo.

Die Digitalkamera staubt seit dieser Zeit oft vor sich hin. Die Diana leider auch :) Ich habe zur zeit ca 20 Kameras wovon nur die eine Digital ist. Von der einfachen Kompakten, über Spiegelreflex hin zur Schachtsucher oder Sofortbild ala Polaroid SX-70 tummelt sich so einiges bei mir herum. Der vorteil den ich in der Analogen Fotografie sehe ist nicht nur der günstigere Anschaffungspreis von guten Kameras und Objektiven, sonder auch das Experimentelle versuchen.

Ich persönlich habe durch die Analoge Fotografie viel mehr gelernt als das ich es durch die Digitale getan hätte und bin noch lange nicht am Ende.